Paula Löffler, Lucie Mercadal, Esra Oezen und Elizabeth Wurst

Süßer die Bilder nie klingen

reichsstraße 1
38300 wolfenbüttel
mi. bis fr. 16–18 uhr
sa. und so. 11–13 uhr

Stine Hollmann
Lucie Mercadal (links): "le chant des bouilloires" (2009/2010) und Elizabeth Wurst (rechts): "The Fear" (2014)
Ausstellungsansicht

Im Rahmen des Sommerfestes im Kulturhaus Prinzenpalais präsentiert der Kunstverein Wolfenbüttel Arbeiten von vier ehemalige HBK-Künstlerinnen. Ausgangspunkt der Video - Auswahl war die klangliche Situation im Innenhof des Prinzenpalais, wo den ganzen Tag ein buntes musikalisches Programm erklingt. Die gezeigten Videos, welche allesamt keiner klassischen Narration folgen, gehen einen Dialog untereinander als auch mit der in den Innenraum dringenden Musik ein.

Paula Löfflers 33-minütiges, tonloses Video „schade, schade (leaving the closed circuit)“ (2017) ist eine filmische Beobachtung einer Ente auf einem Gewässer. Die im Titel angedeutete meditative Stimmung des Bildes entsteht durch die Überlagerung der ursprünglichen Aufnahme mit verschiedenen Effekten und wird dadurch von den Betrachtenden als eine Art visueller Rausch erfahren. 

Die Künstlerin Lucie Mercadal, welche auch im künstlerischen Beirat des Kunstvereins ist, zeigt ihre Arbeit "le chant des bouilloires" (2009/2010) - auf Deutsch: "Wasserkesselgesang" - in dem sich drei in natürlichen Landschaftsräumen positionierte Wasserkessel zu den vermeintlichen vier Jahreszeiten zum dampfenden Chorensemble zusammenfinden.

Auch in dem Video "Das Dokument einer Aufführung" (2017) der Künstlerin Esra Oezen ist die Natur scheinbar zunächst Motiv. Doch wessen Motiv? Im Zentrum steht die Künstlerin in Rückenansicht zu den Betrachtenden und macht mit einer analogen Kamera Fotos in den Wald hinein. Immer wieder, immer wieder anders. Man sieht und hört die Kamera, das Blitzen der Kamera, doch das eigentliche Motiv entzieht sich den Betrachtenden.

Das Performative in dem Video von Esra Oezen findet sich dann auch in der Arbeit der Performancekünstlerin Elizabeth Wurst wieder. In "The Fear" (2014) zersetzt zu Beginn des ca. 6 minütigen Videos eine Kamera den gekleideten Körper der Künstlerin, man hört einen kalten, heulenden Wind, die Beine zittern und auch die aus dem Off hinzugefügte Stimme wirkt zittrig. Was ist Grund dieser vertonten Angst?

Eröffnung
Sonntag, 30. Juni 2019, 15:00 Uhr

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