Kirsten Mosel

Kirsten Mosel retrospektiv - Intervall II

reichsstraße 1
38300 wolfenbüttel
mi. bis fr. 16–18 uhr
sa. und so. 11–13 uhr

Kirsten Mosel/Kunstverein Wolfenbüttel

Der Kunstverein Wolfenbüttel blickt retrospektiv auf das Werk der Wolfenbütteler Künstlerin Kirsten Mosel (1962 – 2018). Von der Tradition der All-Over-Malerei beeinflusst, entwickelte die Malerin zunächst eine Bildwelt aus einer abstrakten, organischen Formensprache, geprägt von Farbe und Farbplastizität, in der der körperliche Malprozess sichtbar wird. Enthierarchisierte Kompositionen, offene, freie malerische Formen begegnen sich in abstrakten Räumen, die aus Farbe, Grund und Linie gearbeitet wurden. Dabei war für Kirsten Mosel das Bildformat ein Ausschnitt eines großen Ganzen und keine Grenze.
In der Zeit zwischen 1989 und 1999 schuf Kirsten Mosel großformatige Malerei mit organischen Formen und farblicher Klarheit, deren wesenhafte Abstraktion existentielle Strukturen (Raum, Figur, Form, Begegnung, Dualität, Polarität) sichtbar werden lässt. Die Ausstellung nimmt Bezug auf die 1991 im Kunstverein realisierte Einzelausstellung der Künstlerin. „Intervall“ ist auch Titel einer gleichnamigen Bildserie. Grundlage der retrospektiven Ausstellung „Intervall II“ sind malerische Werke, die bis Anfang der 2000er Jahre entstanden sind und in denen bereits Schnittstellen und Themen zwischen ihrer Malerei und den späteren Cut-Outs auftauchen, in denen sie sich dann von der traditionellen Leinwand löste. Die Ausstellung entsteht aus der Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Rosmarie und Peter Mosel, den Eltern der 2018 verstorbenen Künstlerin.

Fragestellungen, die im Umgang mit einem künstlerischen Nachlass und der Erhaltung eines Werkes auftauchen, werden im Rahmen eines Symposiums aufgegriffen. Dazu finden Sie demnächst an dieser Stelle weitere Informationen.

Kirsten Mosel (*1962 in Braunschweig, DE, verstorben 2018)) studierte Germanistik, Kunstp dagogik und bis 1990 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Nach einem DAAD-Jahresstipendium in Rom unterhielt sie mehrere Jahre lang, bis 1997, ein Atelier in Köln – in dieser Zeit entstanden wilde, abstrakte Gemälde. Zu einem radikal neuen Ansatz fand die Künstlerin in den Jahren 1997 bis 2005, als sie in Las Palmas de Gran Canaria lebte und arbeitete. 2004 hatte sie die Ehre, Spanien auf der Biennale von Dakar/Senegal zu vertreten. Sie war Mitinitiatorin des Pilotprojekts "Mobiles Atelier – Kunstprojekte für Kindergärten", das von 2006 bis 2010 an Dutzenden von Kinderg rten in den Regionen Hannover, Braunschweig und unter Beteiligung einer Vielzahl von KünstlerInnen durchgeführt wurde. Dabei handelte es sich um ein Pilotprojekt, das Kirsten Mosel gemeinsam mit Ute Heuer, Andrea v. Lüdinghausen und Claudia Wissmann sowie mit der Stiftung Kulturregion Hannover entwickelte. Es wurde von 2006 bis 2010 an Dutzenden von Kinderg rten in den Regionen Hannover, Braunschweig und unter Beteiligung einer Vielzahl von Künstler_innen durchgeführt. Dieses auf Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit angelegte Projekt hat Maßstäbe gesetzt und ist damals auf dem Bundeskongress Kinder zum Olymp mit dem Zukunftspreis Jugendkultur der PwC-Stiftung ausgezeichnet worden. 2010 zog sie nach Buenos Aires (Argentinien), wo sie an der Goethe-Schule sich engagierte. Von 2014 bis 2015 war sie Co-Direktorin des Kunstraums Espacio Kamm in Buenos Aires. In Chile wurde Kirsten Mosel 2015 ausgewählt, Deutschland bei der Biennale vom Ende der Welt in Valparaiso, Chile, zu vertreten. Ihre Arbeiten waren u.a. in Ausstellungen in Buenos Aires, Gran Canaria, Basel, Brasilien, Chile, Hannover und Wolfenbüttel zu sehen. Ende 2018 ist sie in Hannover verstorben.  

 

 

Eröffnung
Sonntag, 4. September 2022, 11:30 Uhr

Zur Jahresübersicht